Verstecktes Kleinod: Die Kapelle Maria Hügel

(Dieser Beitrag gehört zur Serie „Mit dem Motorrad zu Maria“ – mehr dazu auf der Übersichtsseite der Beitragsserien – und ist gleichzeitig das 7. Türchen des Adventskalenders für Euch.)

Schon vor meiner „Motorrad-Zeit“ habe ich die kleine, etwas versteckt liegenden Kapelle oberhalb des Ortsteils Bamlach besucht.

Von der idyllisch hoch über der Rheinebene gelegene Marienkapelle und ihrer tröstlichen Atmosphäre erzählte mir einst eine liebe Freundin und seither habe ich von einem Besuch dort geträumt. Erst einige Zeit später habe ich dann die Kapelle zum ersten Mal mit meiner Tante besucht – woran wir uns heute noch beide sehr gut erinnern können, denn diese Wanderung fiel wieder einmal in die Kategorie „mal schnell auf die Karte schauen und loswandern“, was meist zu ungeplanten, sehr viel größeren und anstrengenderen Touren geführt hat, als wir das wollten… wir gingen damals (noch) regelmäßig zusammen wandern und die Vorbereitung war manchmal etwas arg rudimentär. Auch die Wanderung zur Kapelle Maria Hügel sollte eigentlich nur ein leichter Nachmittagsspaziergang werden: wir treffen uns an einem schönen Nachmittag im Zug nach Istein, von wo wir auf die Hochebene steigen – danach sollte es nur noch „eben aus“ (schweiz. für flach geradeaus) gehen. Oberhalb von Istein suchen wir vergeblich nach der angeblich schönen Nikolaus-Kapelle, die es dort haben soll (erst viel später geben mir Freunde den Hinweis, wo genau sie ist). Die auf der Wanderkarte als pittoresk erscheinende Wanderstrecke mit Aussicht auf Rheinebene und Vogesen entpuppt sich leider als (Auto-)Straße ohne Aussicht – diese versteckt sich hinter eintönigen Obstplantagen. Wir überlegen unterwegs mehrmals, wieder ins Rheintal abzusteigen (und mit dem Zug zurück zu fahren), aber das lässt dann unser Kopf doch nicht zu. Nach mehr als drei schweißtreibenden Stunden erreichen wir schließlich die Kapelle und sind von der Maria im Innern auf den ersten Blick nicht sehr angetan, da haben wir schon bedeutend eindrucksvollere Figuren gesehen. (Inzwischen habe ich mich an den etwas streng wirkenden Blick der Maria gewöhnt, aber damals fand ich die Anstrengung der Wanderung dieses Ziel nicht wert.) Nach dieser Tour (sie fand ihren Abschluss am Bahnhof von Bad Bellingen) – bin ich dann nur noch mit dem Auto oder eben später mit dem Motorrad hingefahren…

Interessanterweise – oder sollte ich vielleicht lieber paradoxerweise schreiben? – ist die damalige Wanderstrecke ist inzwischen zu einer meiner Lieblingsmotorradstrecken geworden – und immer wenn ich mit meiner Lady mit Blick auf Schwarzwald und Vogesen über das schmale Sträßchen tuckere, denke ich an die vielen Schweißperlen, die meine Tante und ich zu Fuß hier vergossen haben… und ich bin froh, dass ich diese Strecke nun mit dem Motorrad genießen darf.

Mit dem Motorrad zu Maria ist für mich in keiner Weise ein Widerspruch, sondern ich genieße den Reiz dieser besonderen Abwechslung: erst noch eins mit Wind und Motorrad und danach lasse ich mich von der besinnlichen Atmosphäre und wohltuenden Stille in der Kapelle einhüllen. In Ruhe zünde ich eine Kerze – manchmal auch mehrere – an und lasse meine Gedanken schweifen. Wieviel Trost, wieviel Klarheit habe ich schon bei Maria gefunden!

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2 Gedanken zu „Verstecktes Kleinod: Die Kapelle Maria Hügel“

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